Professionelle Firmenbewertung

seit 25 Jahren

Mit 68 Jahren plötzlich Unternehmerin?

Unternehmerin von Amts wegen!

Erbschaft –
Jungunternehmerin mit 68

Einen besonders krassen Fall von  unangemessener und unsensibler Unternehmensbewertung erlebte ich im Falle einer Erbschaftsauseinandersetzung, die sich über viele Jahre hinzog.

Unser Klient musste sich in einer Erbschaft mit einem Verwandten abmühen, der hohe Forderungen an ihn stellte. Grund dafür war ein früher festgestellter hoher Unternehmenswert.

Die Situation war Folgende: Der Vater unseres Klient betrieb als Hobby aber durchaus lukrativ ein kleines Unternehmer im Genussmittelbereich. Als dieser verstarb war dessen Ehefrau im Alter von 68 Jahren Alleinerbin des Betriebes. Die Ehefrau war bis zum Antritt der Erbschaft in keiner Weise mit dem Unternehmen befasst. Die Firma war einzig und allein auf der Person des verstorbenen Unternehmers begründet.

Im Zuge der Erbschaftsregelung wurde von amtlicher Seite der Unternehmenswert von einem Fachmann der zuständigen IHK festgestellt. Dazu wurden die Leitlinien der HWK herangezogen, wonach der zu erwartende Gewinn der nächsten 5 Jahre für die Bewertung heranzuziehen war.

Nachdem die Erbin dazu nichts beitragen konnte, erstellte der Berater selbst(!) einen Marketing- und Ergebnisplan für die nächsten 5 Jahre und berechnete nach diesem einen Unternehmenswert. Juristisch und amtlich unanfechtbar, für die Praxis völlig untauglich. Menschlich höchst fragwürdig.

Nach meiner Meinung eine völlig unverantwortliche Vorgangsweise. Wie man einer 68-jährigen Frau, die bis dahin keinerlei Erfahrung als Unternehmerin hatte, eine fremde Finanzplanung unterstellen kann, ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar.

Es kam wie es kommen musste. Das Unternehmen erreichte die angegeben Zahlen bei weitem nicht. Jahr für Jahr verringerten sich Umsätze und Erträge. Verluste wurden aus dem Grundbesitz der Familie ausgeglichen.

Schließlich starb nach 4 Jahren auch die Mutter. Das Unternehmen ging nun an unseren Auftraggeber und dessen Geschwister über. Unser Klient wollte den verbliebenen Betrieb weiterführen und hatte dazu auch schon aussichtsreiche Ideen für die Wiederbelebung. Dazu war es allerdings erforderlich seine Geschwister anteilsmäßig auszuzahlen.

Nun gingen die Geschwister bei ihren Forderungen von dem Unternehmenswert aus, der beim Tode des Vaters festgestellt wurde. Dazu gehörten auch diese ominösen Finanzplanungen. Diese waren allerdings unrealistisch hoch, die damaligen „Planungen“ des IHK-Beraters wurden bei weitem nicht erreicht.

Ich konnte an Hand der aktuellen und der historischen Jahresabschlüsse realistische Unternehmenswerte für beide Erbschafts-Zeitpunkte herstellen. Damit konnte eine drohende gerichtliche Auseinandersetzung vermieden werden. Die Erbauseinandersetzung wurde zu einem für alle Beteiligten zufriedenstellen Ergebnis weitergeführt.

*smile*

 

Unternehmensbewertung und Innovationswettbewerb

Was hat ein Innovations-Wettbewerb mit Unternehmensbewertung zu tun?

 

Nur selten hat man Gelegenheit Unternehmensbewertungen für 10 völlig unterschiedliche Unternehmen aus verschiedensten Branchen, zur gleichen Zeit, nach gleichen Kriterien zu erstellen. Noch dazu, wenn man die meisten Unternehmen auch im operativen Tagesgeschäft kennt.

Eine IHK hatte zusammen mit staatlichen Förderstellen einen gut dotierten Innovationspreis ausgeschrieben. Prämiert wurden in den verschiedenen Wertungskategorien insgesamt 10 Unternehmen.

Die Preisträger-Unternehmen kamen aus den unterschiedlichsten Branchen und waren in den verschiedensten Entwicklungsstadien, von Start-Ups über alteingeführte Familienunternehmen bis hin zum Großkonzern. Vom genialen Erfinder bis zur professionellen Entwicklungs-Abteilung. Und alle bis auf das Konzern-Unternehmen mit 800-Mitarbeitern, waren in der KMU-Größe.

In den Jahren zuvor gab es immer wieder hochgelobte Preisträger, die kurze Zeit nach Preisverleihung Konkurs anmelden mussten. Manchmal war sogar nicht genügend Masse für eine ordentliche Konkursabwicklung vorhanden. Nicht ganz ungewöhnlich für Erfinder und Tüftler. Allerdings auch kein Ruhmesblatt für die öffentlichen Stellen. Also ging man diesmal auf Nummer sicher und beauftragte uns eine Unternehmensbewertung für die Preisträger zu erstellen.

Der Fokus der Unternehmensbewertung war primär auf die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen gerichtet. Der finanzielle Unternehmenswert gehört auch dazu, sagt aber nicht unbedingt etwas über die nachhaltige wirtschaftliche Qualität des Unternehmens aus. Weil diese qualitative Unternehmensbewertung eine spezielle Stärke von uns ist, erhielten wir diesen Auftrag.

Die von uns entwickelte „Röntgen-Methode“, auf der Basis real erwirtschafteter Erträge und Kosten, zeigt die innere Wirtschaftskraft und die innere Stabilität klar und eindeutig. Diese von uns entwickelte Methode zur Ermittlung des qualitativen Unternehmenswertes ist ein sehr aussagekräftiger Fitness-Check für Unternehmen. Damit zeigen wir den tatsächlichen Gesundheitszustand eines Unternehmens auf.

Unsere Berechnungen bestätigten allen Unternehmen gute wirtschaftliche Gesundheit. Mit einer klitzekleinen Besonderheit, die durchaus erheiternd war. Beim größten Unternehmen, einer Konzerntochter eines internationalen, sehr bekannten Unternehmens mit über 800 Mitarbeitern war die wirtschaftliche Stabilität aus den Jahresabschlüssen nicht dauerhaft zu erkennen. Nur die Konzern-Zugehörigkeit zu einer weltbekannten Marke war in diesem Fall die Sicherheit für ein Fortbestehen.

Nach den Bilanzen des Unternehmens war der operative Kernbereich, also das eigentliche Business, seit Jahren schwer defizitär. Ein positives Bilanzergebnis wurde ausschließlich über die Finanzerträge ausgewiesen.

Überspitzt ausgedrückt hätte man auch sagen können, dass es sich dabei um eine Vermögensverwaltung der Konzernmutter mit angeschlossener Hobby-Produktion handelt. Rein bilanztechnisch gesehen, natürlich

So kann es aussehen, wenn die ausländische Konzernmutter internationale Steuer- und Bilanz-Strategien über ihre Tochtergesellschaften spielen lässt. Alles völlig legal natürlich
Als Marke ist das Unternehmen damals wie heute ein weltweiter Marktführer.

Im Ergebnisvergleich Insgesamt haben wir dabei höchst aufschlussreiche Erkenntnisse über Firmenstrukturen und Bewertungsfaktoren gewinnen können. Es war eine sehr lehrreiche Erfahrung für uns, quantitative und qualitative Unternehmenswerte zu ermitteln und diese mit der operativen Praxis zu vergleichen. Ebenso spannend war der Vergleich dieser Werte mit dem Image und dem Auftritt des jeweiligen Unternehmens. Aber das ist eine andere Geschichte.
*smile*

 

Roter Alarm beim Unternehmenskauf

Roter Alarm beim Unternehmenskauf!

„Die aktuellen Unterlagen sind noch beim Steuerberater“.

Wenn in Kaufgesprächen dieser Satz an Stelle von Papier eingebracht wird, sollten beim aufmerksamen Käufer ganz schnell die roten Warnlampen angehen. Wer ernsthaft und fair verkaufen möchte, hat im Regelfall seine Unterlagen vollständig vorbereitet.

Dies ist eine gesicherte Erfahrung. Ein Großteil unserer Klienten in der Unternehmensbewertung beauftragt uns im Vorfeld, um den Wert des Unternehmens auf eine solide Grundlage zu stellen. Dazu müssen natürlich die aktuellen Unterlagen vorhanden sein.

Da kann es durchaus Verschleppung und Verschleierung geben, die dem unbefangenen Kaufinteressenten nicht ersichtlich sind. So erhielten wir die Anfrage eines Kaufinteressenten, ob wir auch bei unvollständigen Unterlagen eine Unternehmensbewertung durchführen könnten. Der Verkäufer könne noch keine aktuellen Bilanzen vorweisen. Lediglich Summen und Salden-Listen des letzten und des laufenden Wirtschaftsjahres würden zur Verfügung stehen.

Nun ist aus Summen und Saldenlisten nicht unbedingt ein exakter finanzieller Wert im Sinne eines Kaufpreises zu ermitteln. Eine Bestätigung und Plausibilitäts-Prüfung vorhandener Bilanzen und die Eingrenzung einer Bandbreite ist aber allemal damit möglich.

Beim Unternehmen handelte es sich um ein technisches Labor, unser Klient, war ein langjähriger Mitarbeiter. Der Verkäufer war der Gründer-Unternehmer, der in den Ruhestand gehen wollte. Der Betrieb florierte, ein zufriedenstellender Kundenstamm war vorhanden. Der Kaufpreis schien angemessen. Alles schien Bestens.

Aber nur bis zum Ergebnis unserer Bewertung. Die rote Warnlampe hatte uns nicht getäuscht.

An Hand der Veränderung in den Buchhaltungspositionen konnten wir feststellen, dass der Verkäufer die vollständige Einrichtung kurz zuvor bereits an eine Leasinggesellschaft verkauft hatte.

Sale und lease-back, im Regelfall ein ganz normaler unternehmerischer Vorgang zur Schaffung von Liquidität. Im vorliegenden Fall allerdings wäre die spezielle und kostenintensive Laboreinrichtung ein wesentlicher Bestandteil des Kaufpreises gewesen. Ohne diese Unternehmens-Ausstattung blieb jedoch nur ein Bruchteil an Verkaufswert übrig.

Der Preis war um ein Vielfaches überhöht.

Für den Mitarbeiter war dieser Vorgang im Außen nicht sichtbar. Seit Jahren kannte er seinen Arbeitsplatz, sein Werkzeug, seine Maschinen. Die Eigentumsverhältnisse daran waren nicht ersichtlich. Der Verkäufer versuchte ganz offensichtlich das werthaltige Inventar zweimal zu verkaufen.

Mit unserer Analyse und Bewertung konnte dies völlig klar dargestellt werden. Der Mitarbeiter fand kurz darauf ein anderes Labor, bei dem der Kauf völlig transparent und zu fairen Konditionen über die Bühne ging.
*smile*

Der richtige Unternehmenswert

Den "richtigen" Unternehmenswert berechnen?

Es gibt keinen absolut richtigen Unternehmenswert. Ebenso wenig gibt es eine rechtlich verbindliche Vorgehensweise für dessen Ermittlung, lediglich Empfehlungen. Darin besteht die grundsätzliche Problematik einer Unternehmensbewertung.

Von den Wirtschafts-Fachleuten wurden jede Menge theoretische Modelle entwickelt und alle möglichen Berechnungen angestellt, um einen «objektiven und richtigen Unternehmenswert» zu berechnen. In der Praxis stellt sich dies als unmöglich dar.

Unternehmensbewertung für KMU braucht Erfahrung

95% aller Unternehmen in Deutschland sind kleine und mittlere Unternehmen, KMU genannt. Die Durchführung einer professionellen Firmenbewertung für diese Gruppe braucht ein hohes Mass an praktischer Erfahrung und Spezialwissen. Experten mit Praxiserfahrung in der Unternehmensbewertungen sind deshalb relativ selten anzutreffen. Grundsätzlich könnte jeder interessierte Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer eine Unternehmensbewertung durchführen. Für KMU-Unternehmen ist dies ohne praktische Erfahrung jedoch zeitaufwendig, das Ergebnis oft unrealistisch. Die Kosten sind für kleinere Unternehmen schmerzhaft hoch, das Ergebnis nicht immer hilfreich.

Jede Unternehmensbewertung ist individuell!

Für Unternehmen, Firmen und Betriebe gibt es in der Regel keinen Preisspiegel wie bei Gebrauchtwagen oder Immobilien. Bei einem Unternehmenskauf oder -verkauf muss der Wert in jedem Einzelfall zwischen den Vertragsparteien ausgehandelt werden. Der aus den Jahresabschlüssen errechenbare Unternehmenswert ist meist nur ein Teil des Verkaufspreises. Die verwendete Methode ist dabei nicht entscheidend. Oft spielen beim Unternehmenskauf auch noch andere Überlegungen in den Unternehmenswert hinein, beispielsweise welche Erwartungen der Käufer an die Zukunftsaussichten des Unternehmens hat – Stichwort Internet-Start-Ups. Da werden oft Unternehmenswerte benannt – und bezahlt! – die nur als Glückspiel bezeichnet werden können.

Um eine «betriebswirtschaftlich seriöse» Unternehmensbewertung zu finden, wurden von den Wirtschafts-Wissenschaften verschiedene mehr oder weniger komplizierte Rechenmodelle und Verfahren entwickelt. Wikipedia beispielsweise kennt 9 Haupt-Rechenmodelle, mit einer Reihe von Untermethoden, davon gehören je nach Anlassfall, etwa 5 Bewertungsmethoden zu den Standardverfahren. Wer den Beitrag in Wikipedia liest kann schnell feststellen, dass dies sehr theoretisch ist und dem Elfenbeinturm der Wirtschaftswissenschaftler entspringt. Für KMU, die immerhin 95% aller Unternehmen in Deutschland ausmachen, viel zu schwerfällig.

Praktiker-Methoden zur „realistischen“ Firmenbewertung?

Oft hört man von sogenannten «Praktiker-Methoden» zur Ermittlung des Firmenwertes. Man nehme den Jahresumsatz und multipliziere ihn mit einer Zahl x je nach Branche. Das Resultat soll dann der zu erzielende Kaufpreis sein. Wenn beide Seiten damit einverstanden sind – Warum nicht?

Andererseits ist diesen Vorgangsweise völlig willkürlich! Genauso gut könnte man den Jahresumsatz mit dem Gewicht des Inhabers oder dem Wasserstand im Rhein multiplizieren. Wie immer die Wertermittlung auch zustande kommt, ein «richtiger» Wert ist das noch lange nicht. Aber nochmal: wenn Käufer und Verkäufer damit einverstanden sind – Warum nicht?

Due Dilligence und Verkaufspreis

Nun ist in der Unternehmensbewertung die Ermittlung eines Verkaufspreises noch relativ einfach. Für Unternehmens-Käufe, von grösseren Unternehmen hat sich ein Vorgang etabliert, der als «Due Diligence» bekannt ist. Der Begriff heisst wörtlich übersetzt «Besondere Sorgfaltspflicht». Hierbei wird das zu kaufende Unternehmen «besonders sorgfältig» in allen denkbaren Bereichen geprüft. Dazu gehören beispielsweise Gesellschaftsstruktur, Management, Patente und Schutzrechte, Verträge, Mitarbeiter, Rentenvereinbarungen, Steuersituation, Kundenstamm, Marktposition, Zukunftsaussichten, um nur einige zu nennen. Die Summe aller Werte ist dann der Unternehmenswert.

Eine Due Diligence ist ein sehr genauer und aufwendiger Vorgang und kann je nach Grösse des Unternehmens von 3 Tagen bis zu 6 Monaten dauern.

 

Der Bewertungsanlass ist der Knackpunkt

Kauf und Verkauf ist aber nur einer der vielen Bewertungsanlässen. Bewertungsanlässe können beispielsweise sein:

  • Zugewinnausgleich bei Ehescheidung (§ 1363–1390 BGB),
  • Bewertung bei Erbauseinandersetzung,
  • Bewertungen zur Ermittlung von Besteuerungsgrundlagen,
  • Liquidation / Insolvenz,
  • Prüfung der Sanierungsfähigkeit,
  • Börsengang,
  • Anteilsbewertung bei Gesellschafterwechsel,
  • Pachtung, Verpachtung von Unternehmen,
  • Kreditwürdigkeitsprüfung sowie Kreditüberwachungen
  • Und einiges mehr

Fakt ist: der betriebswirtschaftliche Unternehmenswert, der steuerliche Unternehmenswert und ein tatsächlich zu erzielender Preis als Marktwert, können trotz jeweils korrekter Ermittlung völlig verschieden sein.

Eine realistische Unternehmensbewertung setzt grundsätzlich eine klare Zweckbestimmung abhängig vom Anlass voraus. Die Ermittlung des Firmenwertes ist daher nur bedingt eine eindeutige Aufgabe. Ein tiefgreifendes Verständnis für Bilanzen und GuV-Rechnungen und ein sorgfältige Würdigung des Unternehmensumfeldes sind unabdingbare Voraussetzung.

Besondere Situationen

Zusätzliche Komplikationen treten in der Bewertung auf, wenn die Ermittlung des Firmenwertes strittig wird wie beispielsweise bei Erbschaften oder bei Scheidung eines Unternehmers.  Im Familienrecht beim Zugewinnausgleich ist es oft mühselig zu einer aussergerichtlichen Einigung zu kommen, wenn Rosenkrieg geführt wird. Für den Unternehmenswert gibt es jede Menge juristische Anknüpfungspunkte über die hervorragend diskutiert werden kann

Da ist es hilfreich echte und belastbare Zahlen verfügbar zu haben. Aus meiner Zusammenarbeit mit namhaften Scheidungsanwälten habe ich mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Ermittlung des Firmenwertes für den Zugewinn. Da kann es durchaus um Millionen gehen, wie man im Beitrag «IDW S1 versteckt Millionen» nachlesen kann.

 

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